Astrofotos von Friedhelm Hübner
50N8O?
50° Nord, 8 Stunden Ost, das sind ungefähr die Koordinaten auf der Erde, wo ich zu Hause bin und das Hobby Astronomie betreibe.
Als Mitglied der Astronomischen Arbeitsgemeinschaft Rheingau (AAR) kann ich die Vereins-Sternwarte in Presberg auf dem Rheinberger Hof nutzen.
Presberg liegt in 380 m Höhe bereits nördlich des Taunus-Kamms auf einer kleinen Ebene, die von Groloch-Tal, Wisper-Tal, Hütten-Tal und Ernsbach-Tal begrenzt wird.
Diese "Mesa" ist das am weitesten westlich gelegene astronomisch brauchbare Gebiet auf hessischer Seite, das vom Rheingau aus ohne Rhein-Überquerung erreichbar ist. Weiter vom Rhein-Main-Gebiet komme ich ohne größeren Fahraufwand nicht weg.
Bedingungen
Der Rheingau liegt am westlichen Rand des Rhein-Main-Gebiets, einem Ballungsraum von 2.500 km2 mit ca. 2,2 Millionen Einwohnern, dem Frankfurter Flughafen, zahlreichen Städten und Industrie-Komplexen mit entsprechender Lichtverschmutzung.
Zwar hat sich seit den 70er Jahren die Luftverschmutzungs-Situation stark verbessert, so dass die Durchsicht häufig trotz der hohen Luftfeuchtigkeit durch den Rhein brauchbar ist, aber die Lichtverschmutzung und die Ausdehnung der Lichtglocken haben zugenommen. Die Kondensstreifen der Flugzeuge, verantwortlich für einen Großteil der Bewölkung während Schönwetterlagen, verschlimmern die Lage von Jahr zu Jahr.
Am Standort der AAR-Sternwarte ist trotz der Nähe zum Ballungsraum in einer durchschnittlichen Nacht die Milchstraße gut zu sehen, im Zenith sogar mit feinen Strukturen; M31 ist in der Regel problemlos mit bloßem Auge sichtbar.
Jedoch sind im Osten schwächere Objekte unterhalb 40° Höhe über dem Horizont in der Lichtglocke nicht auszumachen, im Süden gilt das gleiche unterhalb 20° Höhe, so dass die Sommer-Milchstraßen-Objekte im Schützen oder Skorpion selten einmal gut zu sehen sind.
In einer durchschnittlichen Nacht erreicht unser Himmel nach der Bortle Dark-Sky Skala eine 4 (Vorstadt- zu Landhimmel-Übergangsbereich), in einer der seltenen guten Nächte erreicht er eine 3 (Landhimmel).
Astrofotografie
Die Erkenntnis, dass mit Hilfe digitaler Kameras und Bildverarbeitungstechniken DeepSky-Objekte trotz des orange-grauen Himmelshintergrundes wieder sichtbar gemacht werden können, brachte bei mir eine Neu-Orientierung von der rein visuellen Beobachtung zur fotografischen Technik.
Angefangen habe ich mit einer digitalen Spiegelreflex-Kamera, einer Canon EOS 300D an 4- und 6-Zoll-Optiken, und ein langer Kampf gegen und mit der Technik begann. Lange ging es nur noch darum, ein immer komplexer werdendes System gegen alle Widrigkeiten zum Laufen zu bringen. Aber es hat sich gelohnt, es gibt Aufnahmen.
Damit die Herausforderungen nicht geringer werden, verwende ich seit dem Sommer 2008 eine CCD-Astrokamera, eine SBIG ST10XME. Immer noch fern von Perfektion, aber es wird stetig besser.
Im März 2009 gelangen die ersten längeren Belichtungen mit dem 13-Zöller, seit im Dezember 2009 mit einem neuen 26-Zentimeter-Newton, und seit November 2010 mit einem 10"-Ritchey-Chrétien.
